Interview mit Frau Beermann und Herrn Beermann


Klingt schön zusammen: Flöte und Geige. Quelle: Pixabay
Klingt schön zusammen: Flöte und Geige. Quelle: Pixabay

Redaktion: Seit wann sind Sie an der Schule? Herr Beermann: Ich habe schon 1981 Zivildienst an der Schule gemacht, also vor über vierzig Jahren. Ich habe damals den ganzen Schultag einem spastisch behinderten Jungen geholfen, durch den Tag zu kommen. Ab 1990 war ich dann fest als Lehrer angestellt.  Frau Beermann: Es gab verschiedene Abschnitte, in denen ich an der Schule war. Stellt euch vor: Ich war sogar schon als Schülerin am Gymnasium und habe hier Abitur gemacht. Nach der Ausbildung kam ich wieder als Pädagogin und Lehrerin, zuerst von 1990-1995, dann wieder seit 2008. Diese Schule hat mich eigentlich nie losgelassen.

 Redaktion: Wollten Sie immer schon Musiker werden? Herr Beermann: Ab dem Alter von 6 Jahren wollte ich Lehrer werden und ab 14 Musiklehrer. Den Traum vom Profimusiker hatte ich eigentlich nur ganz kurz, als ich so 23 Jahre alt war, habe dann aber gemerkt, dass ich am liebsten mit Kindern oder Jugendlichen zusammen Musik mache. Frau Beermann: Ich wollte schon ab der 1. Klasse Grundschullehrerin werden. Später habe ich die Musik mit dem Lehrerberuf verbunden.

Redaktion: Welche sind Ihre Lieblingsinstrumente? Herr Beermann: Geige und Viola, jedenfalls habe ich diese Instrumente am meisten geübt und studiert. Ich liebe aber auch sehr die E-Gitarre, obwohl ich sie nur ein bisschen spielen kann. Frau Beermann: Ich komme mehr aus der Blasmusik. Im Dorf habe ich in solch einer Musikkapelle meine Jugend verbracht. Mein Lieblingsinstrument wurde dadurch schon früh die Querflöte. Wahrscheinlich, weil ich dieses Instrument am besten spielen kann. Das Cello allerdings gefällt mir auch sehr gut. Nur leider kann ich das nicht spielen.

Redaktion: Können Sie sich an die erste Schulstunde erinnern, die Sie gehalten haben? Herr Beermann: Meine ersten Musikstunden habe ich in einer 7. Klasse gehalten. Das klappte aber nicht besonders, die Hälfte der Schüler haben nicht auf mich gehört. Ich dachte dann, es wäre vielleicht doch besser, Bassist in einer Jazzband zu werden. Frau Beermann: Eine der ersten Stunden war eine Chorstunde in der Unterstufe. Ich war davor ziemlich aufgeregt und wollte zu Beginn des Schuljahres ein herbstliches Kinderlied einstudieren. Ich sang es den Schülern vor, sie hörten zu, schauten mich verwundert an und ein Junge fragte: „Meinen Sie das im Ernst?“ Da wurde mir sofort klar, dass ich mein Lieder-Repertoire total auf den Kopf stellen muss.

Redaktion: An welchen Schulen haben Sie schon unterrichtet? Frau Beermann: Wir haben beide zusammen zwei Jahre in Rom an einer International School unterrichtet. Dort haben wir den gesamten Musikunterricht gestaltet. Das war lustig: deutsche Lehrer mit italienischen Kindern in englischer Sprache. Herr Beermann: Und ich war zwischendurch auch mal am Dante-Gymnasium in München. Bin aber sehr gerne wieder nach Eggenberg zurück gekehrt.

Redaktion: Ist es ein Vorteil, dass Sie seit diesem Jahr den gleichen Arbeitsplatz hier in der Villa Eggenberg haben?

Herr Beermann: Ja! Meistens wenn ich zum Haus D hoch gehe, winkt mir meine Frau aus dem Fenster. Und manchmal lädt sie mich zum Kaffee in die Cafeteria ein.

Redaktion: Haben Sie einen Lieblings-Ort hier am Gelände?

Herr Beermann: Ja! Einmal im Jahr darf ich die Europa-Fahne auswechseln. Dann sehe ich alle Schüler von oben! Frau Beermann: Wenn man vom Balkon der Villa aus auf den Park blickt, sieht man die schönsten Sonnenaufgänge. In den Wintermonaten ist das genau der Zeitpunkt, wenn meine Arbeit beginnt. Auf dem Weg ins Haus C drehe ich dort gerne eine Schleife vorbei.

Redaktion: Haben Sie eine Lieblingsmusik?

Frau Beermann: Wenn ich Frank Sinatra höre, kriege ich gute Laune und bei südamerikanischen Rhythmen möchte ich am liebsten tanzen – z. B. bei Gloria Estefan. Herr Beermann: Seit fünf Jahren fasziniert mich das junge Pop-Genie Jacob Collier, sehr empfehlenswert.

Redaktion: Haben Sie eine Lieblings-Band?

Herr Beermann: Es gibt nur eine Band, die die nächsten zehntausend Jahre überleben wird. Sie fängt mit „B“ an……. (siehe MUSIC-LINKS am Ende des Interviews - Anmerkung der Redaktion)

Redaktion: Haben Sie einen Lieblings-Komponist?

Herr Beermann: Kennt ihr Josquin de Préz? Er komponierte im 15. Jh. für den Papst in Rom. Sagenhaft schöne Musik.

Redaktion: Können Sie uns etwas erzählen über Ihren schönsten Moment in einer Klasse?

Frau Beermann: Es gab viele schöne Momente in den Schulklassen. Aber von einem kann ich euch erzählen. Es war in einer 9. Klasse: Ich musste einen Schrei loslassen, da in der Klasse etwas vorgefallen war und alle sehr laut waren und keiner zuhörte. Offensichtlich war über diesen Schrei die Klasse so erschrocken, dass es sofort mucksmäuschenstill wurde. Es war eine solche Stille im Raum, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Von dieser Stille war nun ich so erschrocken und berührt, dass ich plötzlich zu lachen anfangen musste. Die ganze Klasse war verdutzt und lachte ebenso. So endete meine Schimpftirade lachend und ich wusste von da an: Ein Lehrer muss immer ein Augenzwinkern bei sich haben. Herr Beermann: Einer der schönsten Momente bei mir: Vor vier Wochen sang eine Schülerin der 7. Klasse mutig einen Song vor. Jemand aus der Klasse sagte: „Jetzt habe ich Gänsehaut.“ In der nächsten Stunde hat jeder Schüler ein Instrument bekommen und das Lied begleitet. Eine Woche später haben wir es der ganzen Schule vorgespielt. Das war cool!

Redaktion: Mit welcher Klasse kann man am besten Musik machen? Frau Beermann: In der Grundschule kann man mit allen Klassen gut Musik machen, weil es einfach immer so viel Spaß macht! Aber wenn ich zurück denke, dann fällt mir die jetzige 8. Klasse ein, von denen einige Schüler in meiner 4. Klasse waren. Mit dieser Klasse konnte man besonders gut musizieren. Zwei Jungs (ich nenne keine Namen) sangen aus dem Stand zweistimmig! Das war richtig toll!  Herr Beermann: Seit eineinhalb Jahren habe ich mit Zwölftklässlern an einer Radiosendung gearbeitet. Es ging um Improvisation im Jazz. Das war eine besonders intensive Arbeit mit diesen acht Schülern. Sogar während des Lockdowns haben sie voll weiter gemacht. Mit so einer Gruppe Musik zu machen, war ein Highlight für mich.  Redaktion: Haben Sie ein Traum-Urlaubsziel? Beide: Jerusalem  

Redaktion: DANKE für dieses Interview! Sicher würden unsere Leser auch gerne mal in Ihre Musik hineinhören.


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