Kein guter Start ins Jahr 2022 für Kasachstan


Ein Falschparker auf dem Behindertenstellplatz? Kasachstan hat schlimmere Sorgen. Quelle: DIE WELT, TV-Nachrichtensendung
Ein Falschparker auf dem Behindertenstellplatz? Kasachstan hat schlimmere Sorgen. Quelle: DIE WELT, TV-Nachrichtensendung

Vom 2. bis 10. Januar 2022 sind aus Demonstrationen in Kasachstan gewalttätige Unruhen geworden. Ein Mitglied unserer Redaktion mit kasachischen Wurzeln hat sich im Familienkreis umgehört, wie es dazu kam. Zuerst gingen die Menschen gegen Preissteigerungen auf die Straße.  Ausgehend von den Energie-Preisen hatten sich auch Nahrungsmittel extrem verteuert. Die Preise waren immer weiter gestiegen, doch nicht die Löhne. Viele hatten durch zwei Jahre Corona-Politik ihre Arbeit oder ihr Geschäft verloren. Weil aus der Politik keine konstruktive Reaktion kam und auch keine Hilfe zu erwarten war, wurden die Proteste immer wütender und gewalttätiger. Als Demonstranten von Soldaten niedergeknüppelt worden waren, brachten Gewaltbereite am nächsten Tag nicht nur ihre eigenen Stöcke, sondern auch scharfe Schusswaffen mit. In Almaty gab es viele Tote auch unter den Unbewaffneten. Autos, Geschäfte und Ministerien wurden angezündet und Läden geplündert. Selbst die Dutyfree-Shops am internationalen Flughafen von Almaty blieben nicht verschont. Die Gewalt ebbte erst ab, als Russland eine militärische Allianz schmiedete und Truppen schickte. Gleichzeitig drohte der Präsident im Fernsehen, dass Unruhestifter erschossen würden. Eigentlich ist Kasachstan ein wunderschönes Land mit wilder Steppenlandschaft, beeindruckenden Canyons und reich an Bodenschätzen. Es ist Kasachstan zu wünschen, dass die Nöte der Bevölkerung von der Politik ernst genommen werden und die Politiker Kasachstans nicht nur für ihren eigenen Reichtum arbeiten.